Das Manifest 2010
der
Philosophie lebender Systeme

 Das Menschenreich Teil 1

 Reiki-Hände und andere Kurzgeschichten von Rudi Zimmerman

Der Übermensch
Der Übermensch existiert in zweierlei Hinsicht.
Hier der Aufsatz

Kurzgeschichten

A
In der Berliner U-Bahn

U-Bahn-Esser

Die nette Motzverkäferin

Damenwahl

Die spitzen Schuhe

B
Im menschlichen Körper

Die tierischen Energiespeicher

Die Post des Körpers

C
Biograhisches

Der Auftritt

Der Maikäfer

D
Zur Zivilisation

Die Bedeutung des Nuckels

 

Auszüge aus

Zivilisation als Fortsetzung der Evolution

zum Thema Menschheit und eigenes Menschenreich als Ergänzung zum Pflanzen- und Tierreich

ISBN 978-3000247019

 

Bisher habe ich individuelle Leistungen beschrieben. Daher habe ich die menschliche Sprache noch nicht behandelt.

Bei meinen Ausführungen zu den körperexternen Organen des Menschen habe ich bereits die kollektive Herstellung jener erwähnt und den Begriff der Zivilisation definiert.

Körperexterne Organe sind zunächst lediglich Funktionserweiterungen der natürlichen Organe: die Funktion der Hand wird durch den Faustkeil verbessert, durch das Messer und den Speer, die Funktion der Beine/Füße durch Schuhe, die Schutz- und Wärme-Funktion der Haut durch Kleidung. Auch die könnte man sich noch durch eine individuelle Schöpfung vorstellen.

Es entwickelt sich jedoch aus dem gemeinsamen Überlebensbedürfnis der Urhorde auch etwas grundsätzlich Neues, das über den Fortschritt der Menschen und über ihr Heraustreten aus der Tierwelt entscheidet, nämlich die Sprache und vor allem deren Symbolisierung durch optische Zeichen, die Schrift. Der Schall (die Sprache) ist nur kurzfristig und über kurze Entfernung ein geeigneter Datenträger, die visuell festgehaltenen Schriftzeichen sind über größere Entfernungen und weitaus größere Zeiträume transportierbar.

Deshalb ersetzt die Schriftsprache den genetischen Datenträger und kennzeichnet den Übergang vom Tierreich zum Menschenreich.

Am Anfang steht jedoch wie immer eine Fähigkeit, die bereits im Tierreich vorhanden ist, nämlich die Sprache.

Sprache besteht aus akustischen Zeichen, die als Symbol für Begriffe fungieren. Akustische Zeichen werden bereits im Tierreich verwendet. Für den Menschen ist kennzeichnend, dass er diese Zeichen auch optisch darstellt (Schrift) und diese Daten extrazellulär in Büchern oder auf Festplatten usw. speichert. Die Schriftsprache mit ihren neuen Speichermöglichkeiten, die die genetische Vererbung ersetzen, kennzeichnet also den Übergang vom Tierreich zum Menschenreich.

Damit ist allerdings auch ein entscheidender Nachteil verbunden:

Sprachgemeinschaften entwickeln sich regional und teilen daher die Menschheit in verschiedene Sprachgemeinschaften. Diese Trennung führt zur Neubildung von Entitäten, nämlich von Staaten und Glaubensgemeinschaften. Diese handeln dann wie die Entitäten im Tierreich, die Arten. Sie konkurrieren gegeneinander und bekriegen sich.

Ein Begriff hat für das Individuum nur in der Gemeinschaft eine Bedeutung. Er dient der Verständigung mit dem Mitmenschen und ist eine Schöpfung des Kollektivs, nicht eines Individuums.

Der Begriff bildet sich nicht in meinem Hirn, sondern er wird in einem Prozess gebildet, der sich in der Gemeinschaft entwickelt. Seine Entstehung ist eine Art „Evolution“, vergleichbar mit eines Gens. So, wie sich ein erfolgreiches Gen in der Interaktion mit der Umwelt bildet, indem es die Überlebenschancen seines Trägers vergrößert, so wird ein Begriff dadurch gebildet, dass er kommuniziert wird. Nur durch die Übereinkunft mit dem Mitmenschen darüber, welcher Begriff in Zukunft zur Bezeichnung für einen Vorgang verwendet wird, wird der Begriff zu einem Symbol für etwas, das stattfindet.

Wie schon gesagt, ist nichts ohne Tun, ohne Handlung, ohne Bewegung. Der Satz definiert immer ein Ding und eine Handlung, trennt Subjekt/Objekt und Prädikat. Die Trennung in Subjekt/Objekt und Prädikat, in Ding und Handlung, findet im begrifflichen Denken statt, das das Ding und die Handlung deshalb trennt, weil ein lebendes System zu unterschiedlichen Handlungen fähig ist. Die Satzbildung ist also Folge der Existenz lebender Systeme.

Entscheidend ist hier, dass jeder Begriff ein Wir-Begriff ist, jeder Satz ein Satz der Gemeinschaft, Folge einer Einigung innerhalb einer Gruppe handelnder Menschen.

Daraus folgt an sich logisch eindeutig, dass begriffliches Denken stets Wir-Denken ist, nie individuelles Denken.

Da ein Begriff immer nur Resultat einer Einigung einer Gruppe über die Zuordnung eines Sprachsymbols zu einer Sache oder einem Tatbestand ist und sein kann, ist jede Kombination von Begriffen zu einer Sprache ein Gemeinschaftsphänomen. Und sofern der Mensch in Begriffen denkt, denkt er nicht privat individuell, sondern gemeinschaftlich.

Mit anderen Worten: Sprache ist die Schöpfung eines lebenden Systems höherer Ordnung. Sprache ist keine individuelle Leistung, sondern eine Leistung der Horde, des Clans, der Sprachgemeinschaft. Wenn in meinem Hirn begrifflich gedacht wird, denkt die Gemeinschaft, die Sprachgemeinschaft.

... Die Methodik von Evolution und Zivilisation besteht in Überproduktion und Selektion. Im Rahmen der Zivilisation ändert sich neben dem Körper des lebenden Systems Mensch, der nun aus lebenden internen und externen nichtlebenden Teilen besteht, auch der Erbweg. Wissen wird nicht nur genetisch an die eigenen Kinder weitergegeben, sondern zellextern gespeichertes Wissen wird an alle Mit- und Nachmenschen weitergegeben.

In der Evolution werden die Individuen geopfert. Sie sind Datenträger, Beiwerk, nebensächlich. Das Wesentliche ist das Weiterleben der Ideen, zunächst der genetisch gespeicherten Ideen, beim Menschen das Weiterleben der wissenschaftlichen Ideen.

Die wissenschaftlichen Ideen werden beim Menschen benutzt, um Waffen zu produzieren und damit die weniger gut bewaffneten Datenträger (Mitmenschen) auszurotten. Da setzt sich das evolutionäre Mittel der Selektion im Krieg fort.

Aber: das wissenschaftliche Experiment ersetzt eigentlich das evolutionäre Mittel des Eliminierens des Schwächeren. Krieg und Mord wären gar nicht mehr erforderlich um festzustellen, ob eine Idee erfolgreich ist. Und: die wissenschaftliche Methode des Erkenntnisgewinns beim Menschen würde auch die Überproduktion von Nachkommen überflüssig machen. Beides, die evolutionären Strategien der Überproduktion von Nachkommen und der Ausrottung der Schwächeren existiert beim Menschen fort, obwohl beide Mittel nicht mehr notwendig sind, um Wissensgewinn zu erzielen.

Hieraus ergibt sich die ethische Forderung der Philosophie lebender Systeme, auf Überproduktion von Nachkommen und auf Krieg zu verzichten.

Bezogen auf die Menschheit bedeutet diese Forderung praktisch: die Kulturen, die die Existenz der Menschheit durch Überproduktion von Nachkommen gefährden, müssen dieses Verhalten abstellen, und im Gegenzug müssen die Kulturen, die über Spitzentechnologien verfügen, darauf verzichten, diese zur Produktion von Massenvernichtungswaffen und zur Kriegsführung zu nutzen.

Man kann diese ethische Forderung auch anders formulieren: die Individuen müssen ihren Energieverbrauch den vorhandenen Ressourcen anpassen. Das bedeutet im Klartext: auf der einen Seite ist Steigerung des Energieverbrauchs durch Überproduktion von Nachkommen abzustellen, auf der anderen Seite die Steigerung des Energieverbrauchs durch Technik und deren Abfallprodukte.

Aber das nur nebenbei. Derartige Forderungen, die sowieso bereits jedem denkenden Menschen seit langem bekannt sind und hier nur eine neue Begründung finden, sind in den Wind gesprochen. Entweder müssen sich alle daran halten oder keiner tut es. Dass sich alle daran halten, ist derzeit nicht durchsetzbar. In die Zukunftsforschung wird zwar investiert, große Kommissionen sagen voraus, dass es so nicht weitergeht. Besser wäre es, dass diese konkret bestimmen würden, wie viel Nachkommen jeder Mensch zeugen darf und wie viel Energie er verbrauchen darf. Wenn das Zuwiderhandeln für das Individuum keine negativen Konsequenzen hat, wird sich auch kein Individuum an derartige Vorgaben halten, denn Nachkommen zeugen verschafft Lust und hoher Energieverbrauch schafft Bequemlichkeit und Genuss. Ein Warten auf die Einsicht der Menschen bedeutet, auf den Tod der Menschheit zu warten. Aber darauf hat die Philosophie lebender Systeme keinen Einfluss.

Das wiederum nur nebenbei.

… Darwin hat nun eine sehr interessante Theorie aufgestellt: die Veränderung der genetisch gespeicherten Verhaltensanweisungen, also die Artenvielfalt, ist Ergebnis einer Überproduktion von Nachkommen (Trägern genetisch gespeicherter Daten) und deren Selektion. Die Elterngeneration transportiert dabei die genetisch gespeicherten Daten nicht punktgenau, sondern mit kleinen Differenzen, und im Überschuss in die Zukunft. Die Vernichtung der Verhaltensanweisungen (durch das Fressen oder den Tod von Individuen), die suboptimal sind, führt zur Bildung neuer Arten, die den Lebensbedingungen besser angepasst sind. 

Dieses Modell ist übertragbar auf den Menschen.

Im Unterschied zum Pflanzen- und Tierreich erfolgt beim Menschen jedoch die Datenweitergabe nicht nur genetisch. Der Mensch speichert Begriffe und Verhaltensanweisungen nicht nur genetisch, sondern auch mittels sprachlicher Symbole. Hierbei handelt es sich um eine Datenausbreitung im Raum.

Sprachliche Anweisungen benötigen keine Kindergeneration, um sich im Raum auszubreiten. Sie werden jedoch nur innerhalb eines begrenzten Raums verstanden. Sie entwickeln sich durch Kommunikation innerhalb einer Gruppe, einer Horde, eines Clans und werden nur von den Mitgliedern dieser Gemeinschaft verstanden, breiten sich innerhalb der Sprachgemeinschaft räumlich aus.

An die Stelle der Tierart oder Pflanzenart tritt die Sprachgemeinschaft.

Sprachliche Daten können wie genetische Daten nur innerhalb der Gemeinschaft ausgebreitet werden, die den Code versteht. Mit anderen Worten: die Tierart Mensch teilt sich in verschiedene Sprachgemeinschaften.

Die Sprachgemeinschaften sind die menschliche Organisationsform der Arten.

Da jedoch die genetische Determinierung des Verhaltens nicht durch die Sprache veränderbar ist, wirken die genetisch gespeicherten Handlungsanweisungen, die dem Überleben (dem Überdauern in der Zeit) und der Ausbreitung (dem Transport im Raum) dienen, parallel weiter fort. Konkret: das Sexualverhalten, das der Ausbreitung der genetisch gespeicherten Daten dient und mittels Überproduktion von Nachkommen die Evolution vorantreibt, wirkt weiterhin. Die Menschen produzieren weiterhin, wie alle anderen Tierarten, einen Überschuss an Nachkommen. Das Problem ist jedoch die Selektion der Daten (und der Datenträger). Da der Mensch keine Fressfeinde mehr hat, muss er selbst die Selektion übernehmen.

Die Sprachgemeinschaften und die in ihrer organisatorischen Fortsetzung als Entität handelnden Staaten übernehmen die Aufgabe der Selektion und führen zu diesem Zweck Kriege.

Die Darwinsche Evolution setzt sich also beim Menschen fort in der Überproduktion von Nachkommen und der Kriegführung der Staaten.

Vererbung ist jedoch allgemein die Weitergabe von Daten in Zeit und Raum. Und diese ist nicht beschränkt auf die genetische Speicherung von Daten und deren intrazelluläre Weitergabe.

Der Mensch hat eine zweite Methode des Datentransports in Zeit und Raum entwickelt.

Die Begriffe und Handlungsanweisungen werden nicht mehr nur intrazellulär in genetischer Form gespeichert und nur an die Kindergeneration weitergegeben, sondern auch extrazellulär, außerhalb des lebenden Körpers, gespeichert und in Form von Büchern oder elektromagnetischen Datenträgern verbreitet. Auch diese Datenweitergabe erfolgt durch die Speicherung auf verschiedenen Datenträgern, die den Tod der Individuen überdauern, in die Zukunft. Und sie erfolgt im Raum durch die Verbreitung dieser Datenträger über die Erde, die nun völlig unabhängig von der Produktion von Kindern ist.

Diese zusätzliche Vererbung von Verhaltensanweisungen, die das Überleben und das Wachstum betreffen, ist charakteristisch für den Menschen. Diese extrazelluläre Vererbung ist charakteristisch für den Menschen, so dass sich das Menschenreich durch diesen Erbweg vom Pflanzen- und Tierreich unterscheidet.

... Die wissenschaftlich geistige Vorgehensweise der Menschen eröffnet nun einen neuen Evolutionsschub. Dieser ist Folge davon, dass die Konservierung der Modelle nicht nur geistig individuell im Hirn erfolgt, sondern hirnextern bzw. zellextern, eben außerhalb des sterblichen Individuums. Der Mensch speichert seine Modelle zusätzlich auf Papier, auf Festplatten u.a. körperexternen Datenträgern. Diese betreffen natürlich nicht die Konstruktion und die Handlungsanweisungen an die lebenden organischen Zellen und Organe, sondern sie betreffen die körperexternen Organe des Menschen, nämlich seine technischen Produkte.

Diese können nun sofort an die Mitmenschen „vererbt“ werden und nicht erst an eine Kindergeneration, sie sind interindividuell austauschbar.

Das Auto als Prototyp eines derartigen körperexternen Organs, das der Fortbewegung dient, kann beispielsweise auch von mehreren Menschen gleichzeitig benutzt werden. Derartige körperexterne Organe wirken gemeinschaftsfördernd, weil sie vom System höherer Ordnung (der Gemeinschaft) benutzt werden können, wie z.B. die Straßen, die Elektrizitätsnetze, das Internet u.a. Kommunikationsnetze. Diese körperexternen individuellen und gemeinschaftlichen Organe des Menschen und der Menschheit sind das Kennzeichen der Zivilisation. Sie sind kulturübergreifend und unabhängig von Staatsgrenzen, Sprachgrenzen und Glaubensgrenzen, sie sind global.

Die Philosophie lebender Systeme definiert daher:

Der Prozess der Zivilisation besteht in der Schöpfung und Ausbreitung köperexterner Organe durch extrazelluläre Vererbung.

… Die wissenschaftliche Entwicklung ist im Sinne der Philosophie lebender Systeme also eine Entwicklung von Ideen. Dabei ist die Entwicklungslinie vergleichbar mit der Entwicklung genetisch gespeicherter Daten, die von den Biologen als Evolution beschreiben wird.

Die Zahl der erfolgreichen Ideen nimmt im Lauf der Zeit immer zu, es bilden sich analog zu den verschiedenen Pflanzen- und Tierarten immer neue Zweige der Wissenschaft, für die andere Begriffe, also Ideen, die entscheidenden sind. Der Ausgangspunkt der Wissenschaftsgeschichte ist eine Grundidee, nämlich dass ich Gleiches als gleich wahrnehme, und daraus haben sich die gesamten Wissenschaften entwickelt.

Umgekehrt könnte natürlich auch die Evolution, wenn man von dem Sichtbaren abstrahiert, als eine Entwicklung von Ideen beschrieben werden. Denn ein Gen stellt ja lediglich einen materieller Datenträger einer Idee dar. Das Genom eines Lebewesens als Summe seiner Gene ist ja lediglich eine Summe von Anweisungen, ähnlich wie ein Konstruktionsplan zur Herstellung eines Automobils, das heißt ein Textinhalt, der natürlich auf irgendeinem materiellen Medium (Datenträger) geschrieben sein muss. Was wir in jedem Zellkern eines beliebigen Lebewesens als Genom vorfinden, ist ein Code mittels 4 Buchstaben, der in seiner Zelle gelesen und ausgeführt wird, es ist eine Anweisung, die die Zusammenstellung von Aminosäuren zu Eiweißen programmiert. Was da inhaltlich „gesagt“ und „verstanden“ wird, ist ebenfalls bereits etwas Geistiges. Und der Mensch beginnt seit einigen Jahren, diese „Sprache“ zu entschlüsseln. Weil er selbst Sprache benutzt, mit der er geistige Inhalte ausdrückt, und er aufgrund der verschiedenen existierenden Sprachen und der ausgestorbenen Sprachen, die er entschlüsselt, geübt im Entschlüsseln ist, fällt es ihm relativ leicht, die Sprache der Gene zu verstehen. Rückblickend kann man also sagen, dass die Nucleotidsprache des genetischen Codes biologisch betrachtet die erste Sprache war, die ihren eigenen sich selbst vermehrenden Datenträger schuf, nämlich die biologischen Individuen. Diese haben inzwischen neue akustisch übermittelte Sprachen entwickelt, die ebenfalls zu ihrer Speicherung einen Datenträger benötigen, der nunmehr außerhalb des lebenden Körpers liegt. Die geistigen Inhalte, die Ideen, wurden im Beginn der Evolution genetisch, also intrazellulär, gespeichert, nunmehr jedoch körperextern, also extrazellulär.

Diese extrazelluläre Datenspeicherung markiert den Beginn dessen, was man den Prozess der Zivilisation nennen kann.

Es ist unter dem Gesichtpunkt des Bestehens in der Realität völlig gleichgültig, ob ein Organ des Menschen innerhalb seiner Epidermis liegt und durch einen genetischen Code hergestellt wird, oder ob es außerhalb seines Zellkörpers liegt, aus Nichtzellmaterial besteht und mit Hilfe eines menschlichen Sprachcodes konstruiert wurde.

Die außerhalb liegenden Organe haben sogar viele Vorteile, die Hass bereits seit 1960 immer wieder beschrieben hat.

Was bisher, wahrscheinlich in Unkenntnis der Genetik und der Computertechnik, die sich erst in den letzten Jahren entwickelt hat, nicht beachtet wurde, ist der andere Vererbungsweg dieser körperexternen Organe. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung werden natürlich nicht genetisch gespeichert, sondern sie werden in Lehrbüchern und in den letzten Jahren auf Disketten, Festplatten, USB-sticks usw., also magnetisch gespeichert.

Das Entscheidende an dieser Datenspeicherung, die ursprünglich in Stein gemeißelt stattfand (Höhlenzeichnungen), später auf Papier in Büchern und magnetisch auf Festplatten, ist, dass sie körperextern auf menschengeschaffenen Datenträgern erfolgt.

Die Datenspeicherung und die Datenträger haben sich also ebenfalls seit dem Übergang von der Evolution zur Zivilisation weiter entwickelt.

Die ursprüngliche Datenspeicherung lebender Systeme ist die genetische. Die zu vererbenden Daten werden dabei intrazellulär gespeichert.

Die zweite Datenspeicherung ist die im Hirn der Tiere, die über dieses Organ verfügen. Das Hirn dient ja nicht nur der Datenumwandlung von elektrochemischen Reizen in taktile, olfaktorische, optische, akustische und andere Wahrnehmungen, sondern es ist zusätzlich ein Organ zur Speicherung von Daten. Diese Datenspeicherung, genannt „Gedächtnis“, ist eine Funktion dieses Organs, die für die Evolution entscheidend wichtig war. Sie befähigte das Individuum, ob Mensch oder Tier, zum Lernen, also zur Anpassung an Veränderungen der Umwelt, die innerhalb einer Generation stattfanden. Das Hirn befähigt seinen Träger nicht nur zu verschiedenen Wahrnehmungen, also zur Transformierung von materiell weitergeleiteten Sinnesreizen in Geistiges, sondern auch zur Begriffsbildung, die selbstverständlich ebenfalls geistige Leistung ist. Die Begriffe und gelernten Erfahrungen wurden ebenfalls, wie die genetisch gespeicherten Daten, lediglich an die nachfolgende Generation weitergegeben. Allerdings profitierten davon nicht nur die leiblichen direkten Nachfahren, sondern auch Mitmenschen. Der Nachteil dieser Datenspeicherungsart liegt jedoch darin, dass die auf diese Weise gespeicherten Daten mit dem Tod des Individuums gelöscht werden, falls sie nicht bereits vorher „vergessen“ wurden. Bei dieser zweiten Art der Datenspeicherung dient also ein im Körper liegendes Organ als Datenspeicher.

Das Kennzeichen des Menschen, das ihn aus dem Tierreich heraushebt, ist nun nach Ansicht der Philosophie lebender Systeme die dritte Art der Datenspeicherung.

Die dritte Art der Speicherung von Daten ist die Umwandlung von Begriffen und Sprache in Zeichen und die daraus resultierende Speichermöglichkeit außerhalb des Hirns, außerhalb des „Zellkörpers“. Diese Art der Datenspeicherung erlaubt nicht nur eine Weitergabe der Daten an alle lebenden Menschen, die diese Zeichen entziffern können, sondern an alle in Zukunft lebenden Menschen. Diese letztere Eigenschaft, Daten in die Zukunft transportieren zu können, hat sie mit den Genen gemeinsam. Allerdings können genetisch gespeicherte Daten immer nur an die Kinder eines Elternpaares weitergegeben werden, nicht jedoch an andere Individuen der gleichen Generation. Daher ist diese neue hirnexterne extrazelluläre Art der Datenspeicherung der genetischen Methode überlegen und erfüllt gleichzeitig deren Funktion der „Vererbung“ an zukünftige Generationen.

Diese Vererbung von Wissen in die Zukunft, die unabhängig ist von der Lebensdauer und der Zeugungsfähigkeit des Individuums, ist der letztendliche Grund, den die Philosophie lebender Systeme veranlasst, den Menschen aus dem Reich der Pflanzen und Tiere herauszuheben.

Der Transport von Daten in die Zukunft mittels genetischer Speicherung ist die Methode, die von allen Einzellern, Pflanzen und Tieren praktiziert wird.

Der Mensch hat eine neue Methode entwickelt, Daten in die Zukunft zu transportieren.

Das ist die der Speicherung seiner geistigen Daten außerhalb des Hirns, außerhalb des sterblichen Systems Mensch.

Und diese typisch menschliche Methode, Daten zu speichern und im Raum sowie in der Zeit zu verbreiten, kennzeichnet eine neues „Reich“ neben dem Pflanzen- und Tierreich, das ich das „System Menschheit“ oder das „Menschenreich“ bezeichne.

Akteur dieses Datentransports ist das „System Mensch“, das menschliche Individuum bestehend aus dem menschlichen Zellkörper einschließlich seinen Organen außerhalb seiner Epidermis, seinem Geld und seinem Geist.

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andere Internetseiten, die sich mit der Philosophie lebender Systeme beschäftigen:

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Rede an die Menschen (2008)

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Rudi Zimmerman
Gesellschaftsphilosoph

Biologisch besteht die Erdbevölkerung aus Horden schwer bewaffneter Affen. Kann die Evolution des Geistes diese zu einer Menschheit einen?

Mit dieser Frage beschäftigt sich die Philosophie lebender Systeme im letzten Buch:

Zivilisation als Fortsetzung der Evolution.
Die Entwicklung der Erdbevölkerung zum System Menschheit.

ISBN 978-3000247019

 

Hier können Sie in meinen Büchern googeln:

Das System Mensch

Zivilisationstheorie

Hier gehts zu meinen clips bei
youtube:

Die offene Begrenzung als strukturelles Wesensmerkmal eines Lebenden Systems

Die Bedeutung der positiven Rückkopplung für die Einordnung des Individuums in die Gesellschaft

 Die Beziehungen der Menschen beschrieben als Dominator-Effektor-Beziehungen

Beginn der Zivilisation
1. Sesshaftigkeit

Beginn der Zivilisation
2. Religion

 

Hier gehts zu einem Aufsatz über das Geistige, nämlich die Information und ihre Übermittlung. Die Informationstheorie der PhilS

Aufsätze Zimmermans zur hormonellen Verhaltenssteuerung des Menschen:

Der Penisreflex

Die Sexualität

Der Brustneid

aktuell:
Der chinesische Begriff der harmonischen Gesellschaft. Eine Stellungnahme dazu von Rudi Zimmerman