Das Manifest 2010
der
Philosophie lebender Systeme

 Die spirituelle Revolution (Lutz von Werder)

 Reiki-Hände und andere Kurzgeschichten von Rudi Zimmerman

Der Übermensch
Der Übermensch existiert in zweierlei Hinsicht.
Hier der Aufsatz

Kurzgeschichten

A
In der Berliner U-Bahn

U-Bahn-Esser

Die nette Motzverkäferin

Damenwahl

Die spitzen Schuhe

B
Im menschlichen Körper

Die tierischen Energiespeicher

Die Post des Körpers

C
Biograhisches

Der Auftritt

Der Maikäfer

D
Zur Zivilisation

Die Bedeutung des Nuckels

 

Die spirituelle Revolution
(Lutz von Werder)

Die Entscheidung zwischen Untergang und Rettung

Lutz von Werder spricht in seinen letzten Buchveröffentlichungen seit 2009 von der "spirituellen Revolution". Nach Lutz von Werder ist die Entwicklung des Lebens auf der Erde an einem Scheideweg (bei von Grünhagen der Verzweigungspunkt) angelangt:
Apokalypse (Weltuntergang) oder spirituelle Revolution, das ist bei von Werder die Frage.

Die drohende Apokalypse werde von den Herrschenden instrumentalisiert: "Im Mittelalter wurde Macht durch die Jenseits- und Höllenängste stabilisiert. … In der Gegenwart werden die Menschen durch den Schock, dass die Welt untergeht, von den Herrschenden diszipliniert, ausgenutzt und in Angststarre versetzt." (von Werder 2009, 99) Die herrschenden Klassen auf der Welt können mit der Beschwörung des Weltuntergangs die Massen in Angst, Schrecken und Lähmung versetzen … . Ohne unsere Herrschaft, sagen die Herren der Apokalypse, geht die Welt unter …" (von Werder 2009, 19) Die Idee einer spirituellen Revolution als Gegenmittel gehe auf Rudolf Bahro zurück (Bahro 1988: Logik der Rettung), der die spirituelle Erneuerung des Individuums mit Hilfe der Mystik empfahl. Durch Meditation solle das Individuum das Loslassen seines konsumexpansiven Ichs einüben. (von Werder 2009, 272). Von Werder beschreibt  die Alternative so: "Die neue Revolution … will die Herren der Apokalypse [abschaffen], die die Existenz der Menschheit aufs Spiel setzen. Die Herren der Apokalypse befinden sich in den Reihen der Rüstungsindustrie, der Naturzerstörer, des Militärs mit ihren kleinen und großen Atomwaffen, bei den Wissenschaftlern und Ingenieuren, die B- und C-Waffen entwickeln."  (von Werder 2011, 141/142) "Der spirituelle Mensch denkt, fühlt, lebt und liebt anders als der heutige Mensch. Er entsteht hauptsächlich durch Selbstanalyse, Meditation und Selbstübung in Netzwerken, …. Der neue Mensch braucht einen neuen Zugang zu seinem Unbewussten." (von Werder 2011, 143) Mystische Erfahrung wird bei von Werder allerdings ergänzt durch tiefenpsychologische Überlegungen: "Sexualunterdrückung produziert also geldgierige Manager und Bänker, deren Bankhäuser nicht ohne Grund wie Penisse in den Himmel ragen." (von Werder 2011, 145) Er argumentiert nicht nur mit Sigmund Freud, sondern auch mit Wilhelm Reich: "Der Todestrieb, der die Bänker und die Atommafia antreibt, wird geschwächt, wenn das menschliche Liebesleben nicht mehr unterdrückt wird." (bei von Werder 2011, 152) "Die Zwangsehe verkrüppelt den Menschen und steigert seine Aggressivität. Sie erzeugt den lebenslänglichen Untertan und den gewissenlosen Bänker." (W.Reich: Die sexuelle Revolution. Frankfurt 1966, 114) sowie mit Erich Fromm: "Das Bewusstwerden des kollektiven Unbewussten beseitigt im Menschen die Schranken zwischen jedem Menschen und seinen Mitmenschen. Nationalismus und Fremdenhass verschwinden, wenn sich der Einzelne tatsächlich als Teil der Menschheit begreift und nicht als Teil einer Mordmeute." (bei von Werder 2011, 155/156)

Gewaltlosigkeit, die sanfte Revolution durch die Multitude

Die spirituelle Revolution erfolge gewaltlos, "sanft", wie Marilyn Ferguson es formuliert hat. "Nur durch einen neuen Geist kann die Menschheit sich erneuern." (Ferguson. Die sanfte Verschwörung 1983, S.51). "Der Kern der unblutigen Revolution ist die Fähigkeit des Gehirns zur Transzendenz." "Die spirituelle Revolution ist eine Revolution der sanften Verschwörung, die zur Ausbildung von globalem und kosmischem Bewusstsein in der Welt führt. Dabei wird deutlich, dass keiner einen anderen befreien kann, der sich nicht erst selbst befreit hat. Dabei wird die Befreiung unterstützt durch ein globales Netzwerk." (zitiert nach von Werder 2011, 291) "Jeder, der seinen Geist transformiert, wird zum gesellschaftlichen Handeln übergehen." (zitiert nach von Werder 2011, 292). In der Philosophie sei dieser Weg bereits vom Existentialismus aufgezeigt worden, z.B. von Jean-Paul Sartre (Der Existentialismus ist ein Humanismus), der gesagt habe, dass die Philosophie der Revolution vom Individuum ausgehen müsse (nach von Werder 2011, 334) und der Mensch sich selber schaffen müsse – durch seine existentielle Psychoanalyse. Die neue Gesellschaft macht erst die wirkliche Existenz des Menschen möglich. (nach von Werder 2011, 335). Subjekt dieser Erneuerung sei die "Multitude" (der Mehrheit der Individuen, dieser Begriff stamme bereits von Spinoza) Es entstehe ein revolutionäres Bewusstsein der Weltmehrheit, "Die Multidude arbeitet am Computer und ist … weltweit vernetzt." (von Werder 2011, 378) "Die gewaltfreien Aktivisten wollen … eine Welt, die nicht mehr von atomaren und finanzkapitalistischen Gewalttätern bedroht ist. Diese neue Welt kann nur eine gewaltfreie radikale existentielle und spirituelle Demokratie von unten sein." (von Werder 2011, 379) Seine Philosophie gipfelt in der Aufforderung: "Meditierend schreiten wir Namenlosen voran." (von Werder 2011, 395) Von Werder definiert sich schließlich als Existentialist. "Der Existentialist hat zu wählen, ob er für die Weltzerstörung arbeiten und leben will oder für die Welterneuerung, ...." (von Werder 2012, 15) "Sich selbst wählen, heißt sich selbst schaffen, das ist aber nur möglich, wenn ich die Herren der Apokalypse abwähle, die meine Zerstörung schon beschlossen haben durch den gnadenlosen Ausbau der Massenvernichtungswaffen und die Zerstörung der Natur." (von Werder 2012,16) "Es geht objektiv um die Alternative: Untergang oder Neuanfang, ... Während der Staat ein außen gelenktes und ständig außengesteuertes Ich verordnet, plädiert der Existentialist für eine innengeleitete Existenz,   ." (von Werder 2012, 16) "... im Unbewussten der Individuen weiß der Mensch von Erlebnissen der Trennung des Ichs vom Körper, der Ausdehnung des Bewusstseins über Raum und Zeit und von Erfahrungen der Verschmelzung des Ichs mit der Natur. Aus dem Leben im Uterus resultiert die Idee, das Leben ist eine kosmische Einheit." (von Werder 2012, 26). Die Idee, von einer spirituellen Revolution zu sprechen, kommen von Ostberliner Besuchern seines philosophischen Cafes.

Von Egoismus zum Altruismus

Die Tagträume der spirituellen Existentialisten werden sich im Diesseits realisieren durch die dezentrale solidarische Ökonomie (von Werder 2012, 38). Das neue revolutionäre Subjekt sei "Schwarm, Netz, Facebook-Haufen, aber keine Partei. Dieses neue Subjekt erhebt sich gegen die Herren der Apokalypse, die mit Atombomben, giftigem Essen, Medienverblödung, Finanzkrisen, Naturzerstörung die Menschheit abschaffen wollen." (von Werder 2012, 38) Der Weg in die neue Gesellschaft sei gewaltfrei: "Es gibt nur noch die Gewaltfreiheit als Methode der revolutionären Himmelfahrt. ... Gewaltloser Widerstand muss ... Hass ... in Liebe verwandeln. Diese Spiritualität ... erwächst in jedem, der die Erde liebt. Die Zerstörung des Geistes durch das Kapital wird zur Wiederauferstehung des Geistes führen." (von Werder 2012, 39/40). Er führe unter Mitarbeit verschiedener Wissenschaften zu einem neuen Altruismus: "Es gibt neue innere Wege ins Paradies, die zur Transformation vom Egoismus zum Altruismus beitragen. ... Diese neuen Wege ins Paradies werden erst gangbar, wenn solidarische Ökonomie, Evolutionstheorie, nachhaltige Ökologie mit Tiefenpsychologie und progressiver Gehirnforschung am Erwachen der "Multitude" mitarbeiten." (von Werder 2012, 40) "Neues spirituelles Denken braucht die Entschlossenheit der Individuen, der vielen Namenlosen, denen die Existenz der Erde am Herzen liegt. Die existentielle Revolution beginnt jetzt beim Einzelnen." (von Werder 2012, 41) Grundlage dieser spirituellen Revolution sei jedoch ein Materialismus: "Der philosophische Glauben stützt sich auf Wissen. ... Der Inhalt des Glaubens heißt: die Materie entwickelt neue Visionen des Geistes der Utopie und der Geist wird in weiteren Stufen der Evolution neue Methoden der Realisierung der Utopie erfinden." (von Werder 2012, 42)

Das Ich in der spirituellen Revolution

Nach von Werder ist der Mensch gerade dabei, sein Ich zu definieren: "Der Mensch ist erst dabei, sein Ich zu definieren." (von Werder 2012, 48) Er verweist auf Marx: "Die Gesellschaft ist den Ichs übergeordnet. … Das produzierende Ich besteht immer in einem gesellschaftlichen System." (von Werder 2012, 48) und auf Heidegger: Im Alltag unterliegt das Ich der Sprache als geredetes Man. (von Werder 2012, 50). Dieses sei jedoch nicht das Ich, das gegen die Herren der Apokalypse rebellieren könne. Er schließe sich der Ich-Auffassung Max Stirners an, der gesagt habe: Das starke Ich strebt nach Aufhebung des Staats und der Verfassung. Das starke Ich ist Schöpfer seiner selbst, es sei kein Untertan. "Ich werde den Staat vernichten und bilde an seiner Stelle den Verein der Egoisten." (Original aus: Der Einzige und sein Eigentum, Stuttgart 1972, Seite 196, Original 1844, bei von Werder Seite 53).

Darstellung durch Rudi Zimmerman, Webphilosoph

1. von Werder, Lutz: Geht die Welt unter – und wenn ja, warum? Zur Kritik des apokalyptischen Bewusstseins. Schubri-Verlag. Berlin. Milow. 2009. ISBN 978-3-86863-034-3

2. von Werder, Lutz: Neue Wege ins Paradies. Zur Philosophie der spirituellen Revolution. Schubri-Verlag. Berlin Strasburg Milow. 2011. ISBN 978-3-86863-059-6

3. von Werder, Lutz: Existentialismus jetzt! Eine neue Philosophie der Hoffnung. Schibri-Verlag. Berlin Strasburg Milow. 2012. ISBN 978-3-86863-093-0

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Nachdruck und Verbreitung, auch in Auszügen, mit welchen Medien auch immer, nur mit Genehmigung des Verlags Philosophie des dritten Jahrtausends, Spinozastr. 15, 12163 Berlin

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Rudi Zimmerman
Gesellschaftsphilosoph

Biologisch besteht die Erdbevölkerung aus Horden schwer bewaffneter Affen. Kann die Evolution des Geistes diese zu einer Menschheit einen?

Mit dieser Frage beschäftigt sich die Philosophie lebender Systeme im letzten Buch:

Zivilisation als Fortsetzung der Evolution.
Die Entwicklung der Erdbevölkerung zum System Menschheit.

ISBN 978-3000247019

 

Hier können Sie in meinen Büchern googeln:

Das System Mensch

Zivilisationstheorie

Hier gehts zu meinen clips bei
youtube:

Die offene Begrenzung als strukturelles Wesensmerkmal eines Lebenden Systems

Die Bedeutung der positiven Rückkopplung für die Einordnung des Individuums in die Gesellschaft

 Die Beziehungen der Menschen beschrieben als Dominator-Effektor-Beziehungen

Beginn der Zivilisation
1. Sesshaftigkeit

Beginn der Zivilisation
2. Religion

 

Hier gehts zu einem Aufsatz über das Geistige, nämlich die Information und ihre Übermittlung. Die Informationstheorie der PhilS

Aufsätze Zimmermans zur hormonellen Verhaltenssteuerung des Menschen:

Der Penisreflex

Die Sexualität

Der Brustneid

aktuell:
Der chinesische Begriff der harmonischen Gesellschaft. Eine Stellungnahme dazu von Rudi Zimmerman